AUTONOM

Der größte Gefallen, welchen wir unseren Nachkommen tun können, ist es, dem staatlich verfügten Schulmonopol paroli zu bieten und sie zu selbstständigem Denken und zu autonomem Wissenserwerb zu ermuntern.

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  1. 27. August 2018 um 20:30

    Wie wahr! Das beginnt bei „lesen und verstehen“ und endet mit dem Lenin-Zitat: „Lernen,lernen und nochmals lernen!“

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  2. 27. August 2018 um 21:36

    Kommst leider zu spät. Letzte Woche hab ich meine Zwillinge eingeschult. Es gab Spanferkel und die ersehnten Torwarthandschuhe. Der Schulzwang hat nicht nur schlechte Seiten. 😉

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    • 27. August 2018 um 21:51

      Du wirst irgendwann nachbessern müssen. 😎
      Wer will schon Nachwuchs, der an Dinge glaubt, die bereits wir für obsolet hielten?

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      • 28. August 2018 um 13:25

        Ich bin froh, dass sie noch an den Weihnachtsmann glauben und froh, dass ich ihnen nicht selber Lesen und Schreiben beibringen muss. Sollte es in der Schule künftig wieder Heimatkunde (gab’s bei mir noch) oder ML geben, stellt sich die Frage noch einmal neu.

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        • 28. August 2018 um 20:04

          Ja gut, Heimatkunde find‘ ich nicht verkehrt, genauso wie Werken und Nadelarbeit. Man hat praktische Dinge für’s Leben gelernt. 🙂

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          • corvusalbusberlin
            2. September 2018 um 20:39

            Jedes Mädchen und jeder Junge sollte nähen und stricken lernen, wie das vor 40 Jahren der Fall war.

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    • 27. August 2018 um 21:53

      Trotz allem, Gratulation von Herzen.

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  3. Pit
    28. August 2018 um 00:23

    „sie zu selbstständigem Denken und zu autonomem Wissenserwerb zu ermuntern“ – das zu tun habe ich mich als Lehrer immer bemueht.

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    • 28. August 2018 um 06:31

      Zu deiner aktiven Zeit war es vielleicht noch möglich und auch erwünscht, mit Herzblut zu unterrichten. Heute wäre ich mir da nicht mehr so sicher, lieber Pit.

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      • Pit
        28. August 2018 um 16:29

        Ich bin natuerlich schon sehr lange „aus dem Geschaeft“, aber ich denke, dass es immer noch viele Lehrer gibt, die, aller Widrigkeiten zum Trotz, Idealisten sind und bleiben.
        Oder sollte diese meine Ansicht nur Wunschdenken sein?

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        • 28. August 2018 um 19:58

          Ich glaube nicht, dass es den Lehrkräften an Engagement gebricht. Eher scheint es so zu sein, dass sich viele von ihnen aufgrund der bildungspolitischen Rahmenbedingungen aufreiben, verschleißen. Über Allem schwebt heutzutage das Damoklesschwert der politischen Korrektheit. Nicht Leistung, sondern die Erziehung zur richtigen Gesinnung hat Vorrang (Kompetenzen erwerben.). Dazu kommen Gleichmacherei (Am besten wäre es ohne Zensuren.), auswendig lernen, ohne zu verstehen …

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          • corvusalbusberlin
            2. September 2018 um 20:43

            Erziehung der richtigen Gesinnung wird angestrebt und zwar vom Kindergarten an.
            Das geht dann weiter über Schule und Studium, mit dem Ziel, dass alle gut funktionieren in diesem Staat und an ihrem Arbeitsplatz.
            Von einer Erziehung glücklicher Kinder kann keine Rede mehr sein.
            Das ist alles nur noch traurig.

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        • 13. Oktober 2018 um 14:48

          Definitiv geht es nicht ohne Idealismus. Und wenn der Lehrer vermittelt, dass er Spaß bei dem hat, was er tut, dann färbt das auch auf die Schüler ab.

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  4. 29. August 2018 um 13:24

    Ich bin froh, dass ich nur ein paar Jahre als Lehrerin hinter mir habe und es damals keine freien Planstellen für meine Fächerkombination gab. Obwohl es mir damals noch Spaß gemacht hat, doch heute wäre das nichts mehr für mich, sowohl was die unwilligen Schüler als auch die anscheinend immer seltsameren Vorgaben für Lehrer betrifft.

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  5. 29. August 2018 um 21:01

    Verständlich …

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  6. corvusalbusberlin
    2. September 2018 um 23:19

    Ich vermisse meinen Kommentar vom 2. September 21:13 auf einen Kommentar vom 31.08.
    16:30 „Wenn ich mir Beiträge und Kommentare….“ Wo ist er geblieben?

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  7. Pit
    9. September 2018 um 20:02

    Hallo Henning,
    jetzt komme ich endlich dazu, Dir zu antworten. Ich stimme Dir zu, was das Engagement der (meisten) Lehrer angeht und das die politischen Rahmenbedingungen das Problem sind. Daran erinnere ich mich immer noch, auch wenn ich nun schon seit ueber 15 Jahren „aus dem Geschaeft“ bin, nur zu gut. Immerfort etwas Neues, nur um des Neuen Willen – das toetet die Kontinuitaet und den Elan. Mir haben die fortwaehrenden Neuerungen – oft ohne Sinn und Verstand fuer die Praxis – jedenfalls sehr zugesetzt und sind mit ein Grund dafuer, dass ich mit 55 vorzeitig wegen Burnout-Syndrom aus dem Dienst gehen musste.
    Liebe Gruesse,
    Pit

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    • 12. September 2018 um 22:17

      Ich denke sehr gerne an meine Schulzeit zurück. Es gab an unserer Schule eine gute Konstellation, was den Lehrkörper anbetraf: Alte Haudegen und gutes junges Personal. Ein alter U-Boot-Fahrer hat uns in Staatsbürgerkunde unterrichtet. Die Russischlehrerin war aus Odessa geflüchtet und der Direktor ein friedlicher, bedachter Mann. Unser Deutschlehrer war ein sogenannter Neulehrer mit einer bunten Vita: Pastorensohn, überzeugter Hitlerjunge, Preisboxer, Malergeselle … Als sein Chef in den Westen ging, war er plötzlich der Boss, kommissarisch. Dann wurde er zum Lehrer gemacht: Deutsch und Russisch. Er konnte kaum ein Wort der fremden Sprache, aber mit Stogramm (Wodka) hat er die Prüfung spielend bestanden, so berichtete er uns. Als Organist und Kantor bei den Freikirchlichen war es für ihn selbstverständlich, die Bibel im Unterricht zum Thema zu machen. Er lebt übrigens noch, hochbetagt.
      Das mag für dich nicht so etwas Besonderes sein, lieber Pit. Für die Verhältnisse in der SBZ, war der Alltag an unserer Schule schon bemerkenswert liberal.

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  8. Pit
    12. September 2018 um 23:41

    Danke, lieber Henning, fuer diese hochinteressanten Aspekte aus Deiner Schulzeit. Das Stichwort „Bibel“ erinnert mich an etwas aus meiner Schulzeit: damals war Religionsunterricht [fuer mich katholischer] je verpflichtend, und ich sage immer noch, ich habe meinen Religionsunterricht genossen. Unser Religionslehrer ueber die gesamten 9 Jahre am Gymnasium hinweg war ein junger promovierter Theologe [Dr. Theol. & Dr. Phil.], der uns aber niemals indoktriniert hat – ganz im Gegenteil. Wir haben u.A. Marx im Religionsunterricht behandelt, und seine Einfuehrung in die Bibelexegese hat mich zum ganz eigenstaendigen Denken ueber die Bibel gebracht. Seine Absicht ar es wohl nicht, aber zum guten Katholiken bin ich durch seinen Unterricht nicht geworden – jedenfalls nicht zu einem, der nicht mehr eigenstaendig denkt.
    Und Letzteres – eigenstaendiges Denken – habe ich von meine Schuelern immer verlangt. Ihre Meinung wollte ich hoeren – nicht meine wiedergekaeut. Nur begruenden mussten sie sie koennen.

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    • 14. September 2018 um 22:07

      Ja lieber Pit, die letzten deiner Art gehen zwangsläufig in den wohlverdienten Ruhestand. Was jetzt nachkommt sollte im besten Falle Schweigen. Das wird dieses Personal aber nicht tun, denn es muss laut sein gegen Rechts. Was auch immer das bedeutet.

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      • corvusalbusberlin
        14. September 2018 um 23:03

        Also ich bin auch nicht mehr das jüngste Semester (80) und ich muss sagen, ich hatte im Großen und Ganzen eine tolle Schulzeit. An den Religionsunterricht erinnere ich mich nicht mehr so genau, obwohl ich schon als kleines Kind immer fleißig in der Bibel las, weil keine anderen Bücher zur Verfügung standen.
        Seltsamerweise wandte ich mich, wenn ich etwas nicht verstand an meinen Vater – der Atheisten war. Meine Mutter strenggläubig – aber nicht Kirchen gebunden ignorierte ich.
        Mein Vater versuchte mir auch immer alles genau zu erklären, was ich da so aufgestöbert hatte, aber manchmal war auch er mit seiner Weisheit am Ende und sagte:“Ich weiß es nicht , mein liebes Kind“(Er sagte immer, mein liebes Kind)
        Dann provozierte ich ihn (das tue ich auch heute noch gerne) und sagte: Der Peter oder der Paul wissen das aber.“ Daraufhin mein Vater: „Dann frage Peter oder Paul, aber am liebsten wäre es mir, wenn du dir diese Fragen selber beantworten könntest“
        Das einem 6/7 jährigen kleinen Mädchen.
        Ob es mir hier einer glauben mag oder nicht – dieser Satz meines Vaters hat mich durch mein Leben begleitet. Bis heute.

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