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DOWNSHIFTING – HERUNTERSCHALTEN

DER EINFACHE FRIEDEN

Wenn ein Gras wächst, wo nah ein Haus steht,
und vom Schornstein steigt der Rauch,
soll’n die Leute beieinander sitzen,
vor sich Brot und Ruhe auch,
und Ruhe auch.

Das ist der einfache Frieden,
den schätze nicht gering.
Es ist um den einfachen Frieden
seit Tausenden von Jahren
ein beschwerlich Ding.

Wo ein Mann wohnt, soll eine Frau sein,
dass da eins das andre wärmt,
solln sich lieben und solln sich streiten,
von der Angst nicht abgehärmt,
nicht abgehärmt.

Das ist der einfache Frieden …

Wo ein Ball liegt, soll nah ein Kind spiel’n,
das zwei gute Eltern hat,
und soll alle Aussicht haben,
ob im Land, ob in der Stadt,
ob in der Stadt.

Das ist der einfache Frieden …

Wo ein Leben war, da soll ein Tod sein
unter Tränen still ins Grab,
wo der Nachfahr manchmal hingeht
zu dem Menschen, den es gab,
den es gab.

Das ist der einfache Frieden,
den schätze nicht gering.
Es ist um den einfachen Frieden
seit Tausenden von Jahren
ein beschwerlich Ding.

Ein Gedicht von Gisela Steineckert, dass mich sehr berührt hat …

Wer es emotional noch vollkommener mag, sollte sich die vertonte Version mit der Musik von Klaus Schneider anhören: „Das ist der einfache Frieden“
(Der Text der letzten Strophe ist hier verändert – und vielleicht sogar besser: „Wo die Welt war, da soll die Welt sein und die Erde mitten drin, dass ich selber auch ein Ahne ungebor’ner Menschen bin …“)

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  1. 17. Juni 2015 um 23:26

    Très joli poème sur la paix
    Bonne soirée à toi

    Gefällt 1 Person

  2. 18. Juni 2015 um 23:54

    Das kannte ich gar nicht, danke dafür!

    Gefällt 1 Person

  3. marian w. s.
    19. Juni 2015 um 08:18

    Super Lied, haben wir früher im Schulchor gesungen.

    Gefällt 1 Person

  4. 20. Juni 2015 um 21:46

    Ich liebe das Lied sehr, war in meiner Unterstufenzeit noch Pflichtprogramm. Aber da wusste man den Text nicht zu würdigen.

    Gefällt mir

  5. Tom
    22. Juni 2015 um 00:04

    So emotional vollkommen (YouTube-Text) habt ihr also eure Deutsche Demokratische Republik geliebt, und die Sowjetunion gleich mit, und den Frieden, den die Sowjetunion so meisterlich mit Panzern, Maschinenpistolen und Stacheldraht zu kasernieren wusste? Ich hatte gehofft, dass ihr über DEN Kitsch nun langsam hinweg seit. Aber das dauert wohl noch, bis ihr die Verwandschaft zum Kult der Hitler-Jugend bemerkt.

    Gefällt 1 Person

    • 23. Juni 2015 um 21:18

      Dies Dilemma kenne ich. Man plagt sich nach Kräften ab mit den Bauklötzchen aus dem Historienbaukasten und versucht ein stimmiges Bild zu basteln …
      Es kann einen schon wütend machen, wenn die Dabeigewesenen das Ganze völlig anders bewerten … 😉

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      • Tom
        24. Juni 2015 um 00:17

        Ich denke, daß es auch sehr schwer ist, die eigene Geschichte als Fehlschlag und Betrug einzustufen, weil man dann dasteht wie ein Sekten-Angehöriger ohne Kult.

        Gefällt 1 Person

        • 24. Juni 2015 um 20:20

          Du hast sicher recht. Für viele wird eine Welt zusammen brechen, wenn sich die ’soziale Marktwirtschaft‘ und die ‚unverbrüchliche Freundschaft mit den VSA‘ vollends in Luft auflösen.
          Mir ging es eigentlich nur um den Text. Leider gibt es kein Video ohne den Pionierausweis … 😉

          Gefällt 1 Person

          • Tom
            25. Juni 2015 um 00:16

            Nun ja, ich hatte in meiner frühen Jugend die Freiheit, wahlweise als amerikanischer Pionier oder Indianer rumzulaufen. Auch schadete mir meine Begeisterung für amerikanische Filme nicht. Kritisieren durfte ich den großen Bruder ebenfalls. Was die USA geleistet hat, dokumentiert das Luftbrücken-Denkmal in Berlin. Sowas verbindet eben. Dagegen rollten in der DDR die Güterzüge zum großen Vampir im Osten. Das hat Walter Kempowski sehr schön dokumentiert, weshalb er wegen Landesverrat eingesperrt wurde.

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            • 25. Juni 2015 um 20:19

              Wie gesagt, der Text des Gedichtes war es, um den es mir ging … 😉

              Gefällt mir

            • 25. Juni 2015 um 22:10

              Um es noch einmal zu sagen, es ging mir um den Text des Gedichts …
              Was uns unterscheidet: Wir haben uns nie den Russen unterlegen gefühlt. Im Gegenteil …

              Gefällt mir

            • Tom
              26. Juni 2015 um 03:28

              Ich hab Probleme mit Deinem „Wir“. Für wen sprichst Du? Wenn ein Großteil Deiner Gesellschaft lieber ausgezogen ist, im Gefängnis oder in Deckung gesessen hat, bleibt eventuell solch ein „Wir“ übrig. Die alten Verwandten, die uns in der BRD besuchen durften – man wollte sie ja loswerden – hatten ein anderes „Wir“. Und sicher hatten auch die meisten Ungarn, Polen und Tschechoslowaken eine andere Sicht auf die Panzer ihres großen Bruders.

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            • 27. Juni 2015 um 11:01

              Für die, die in den sechziger Jahren geboren wurden, war die Trennung in Ost und West die Situation, die sie bereits vorfanden … Ein status quo, mit dem man aufwuchs …

              Gefällt mir

  6. 20. August 2015 um 11:28

    Es ist ein schönes Lied, das ich noch nicht kannte. Hätte vermutet, dass es von einem politischen Liedermacher aus den 70ern stammt. Ich hatte als friedensbewegter Westler damals immer Schwierigkeiten zu sagen, was ich mir als Frieden vorstelle. Jetzt, wo ich über die 50 bin, kommt das Lied ziemlich genau an meine Vorstellung ran. Was natürlich fehlt ist der Fakt, dass ein solcher Friede nie ein sicherer Zustand sein kann, sondern immer wieder erkämpft werden muss- täglich durch große und kleine Auseinandersetzungen, aber eben nicht durch Krieg.

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  7. 31. August 2015 um 23:05

    Sind wir bereits altersweise …?
    Jetzt nun, früher hätte es besser gepasst …
    So werden auch Generationen nach uns das Rad stets neu erfinden … 😀

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