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SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD …

Max und Otto sind gefallen. Sie wurden nicht viel älter als Zwanzig …

Wenn mir Oma Erna von ihren großen Brüdern erzählte, hat sie mir oft dieses zu Herzen gehende Lied vorgesungen. – Ein Gedicht von Ludwig Uhland, vertont von Friedrich Silcher: „Ich hat einen Kameraden …“

Es hat Generationen junger Deutscher begleitet – „in`s ew`ge Leben“ …

Notorisch missbraucht von den jeweils Herrschenden, sollte es heute eigentlich die Funktion eines Weckrufes wider sinnloses Töten und Sterben haben …

Hat es aber nicht, wie man sieht …
 

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  1. 11. April 2012 um 15:16

    Da fällt einem nur noch Einstein ein:
    „Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim ersten bin ich mir nicht ganz sicher.“

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  2. 11. April 2012 um 17:38

    Sad…

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  3. 11. April 2012 um 19:57

    Es ist ein merkwürdiges Zusammentreffen: ich hatte vor einiger Zeit darüber nachgedacht, einen Betrag zum Silcherdenkmal in unserer (sehr uhlandlastigen) Stadt zu machen. Das Denkmal ist 1939 fertiggestellt und zeigt überlebensgroß Friedrich Silcher mit Notenbuch und Feder, seitlich aber wachsen Soldaten aus dem Gestein, Abschied nehmende Sodatenbräute und sogar kleine Kinderputten mit Gewehren und Stahlhelmen. Sie haben Recht, das Lied wurde von allen und jedem missbraucht. Allerdings könnte auch der Begriff „Kameradschaft“ zumindest mal zu untersuchen sein. Auch er wird oft missbraucht.

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    • 12. April 2012 um 19:43

      Tübingen …?
      Ja, es erstaunt zuweilen, dass verschiedene Menschen sich mit dem selben Thema beschäftigen.
      Aufgefallen ist mir, dass Sie „merkwürdig“ und nicht „zufällig“ schreiben.
      Kameradschaft ist so eine Sache – „Mit gefangen – mit gehangen.“ Man erkennt meist zu spät, wie groß der Schlamassel ist, in dem man steckt. Dann jedoch, lebt man nicht mehr in der wahren Welt, dann ist man im geistigen Gulag angelangt.
      Es gibt kein Entkommen …

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      • 12. April 2012 um 20:37

        Sehr wahr. Man muss ja noch nicht mal sehr weit in die Vergangenheit blicken, um die Folgen derlei „Kameradschaften“ auch in den Armeen demokratischer Staaten zu sehen, denke da an Abu Ghureib und anderes.

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        • 12. April 2012 um 20:52

          … andererseits zeigt sich gerade in diesem Punkt, wie vorsichtig man mit dem Terminus „demokratischer Staat“ umgehen sollte.

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  4. 11. April 2012 um 20:16

    Ich denke da an mein Urömmelchen, wie ich es sowieso oft tue, aber bei derlei Schilderungen noch mehr.

    Ihr Sohn war um die 20 Jahre, als er in den Krieg zog und starb mit gerade mal 23 Jahren in russischer Kriegsgefangenschaft. Ob er krank war, verwundet oder einfach nur am Ende seiner Kräfte, niemand vermag das zu sagen. Seiner Mutter blieb mehr als 50 Jahre lang die Unklarheit, was aus ihm geworden sein mag, erst dann öffneten sich Archive und ein irgendwie amtliches Schreiben meldete, dass er ca. 300 km von Wolgograd seine letzte Ruhe fand.

    Meine Uromi kam niemals darüber hinweg, sie hat die Trauer mit ins Grab genommen.
    Ich möchte eines Tages in Urjupinsk sein und am Grab meines Großonkels eine Blume ablegen.

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    • 12. April 2012 um 19:49

      Opa Richard kam nur bis Charkow … Hat dort Gefangene bewacht. Später haben die ihn dann bewacht. Ein Spätheimkehrer.

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      • 12. April 2012 um 20:07

        Heimkehren… das hat wohl meine Uromi auch immer gehofft.

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        • 12. April 2012 um 20:13

          So viele Tränen … So etwas lässt niemanden kalt.
          Schlimm ist, es passiert auch heute noch, jeden Tag.

          Sie haben hier bereits geschaut? Es gibt ja auch noch etliche andere Links, Sie haben sicher schon gegooglet.

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          • 12. April 2012 um 20:43

            Dort habe ich ihn eingetragen. Er ist Teil dieser Liste.

            Leider ist der Soldatenfriedhof in Urjupinsk noch nicht erschlossen. Das wird wohl noch einige Jahre dauern…

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  5. richensa
    12. April 2012 um 09:14

    Auch in meiner Familie sind die jüngsten beiden Brüder im 1. Weltkrieg gefallen, in Nordfrankreich. Wo sie liegen, weiß keiner, denn es liegen weiterhin so viele dort irgendwo auf den Feldern. Ihre sterblichen Überreste werden oft zufällig entdeckt, beim Ackern oder bei Bauarbeiten.
    Und manchmal werden auch noch deutsche Tote identifiziert. Anders sieht die Suche bei den Angehörigen der britischen Armee und aus den Commonwealth aus, diese werden planmäßig gesucht und mit modernen archäologischen und anthropologischen Mitteln untersucht und ihre Herkunft bestimmt, auch wenn die Identifkationsmarke fehlt. Es stehen da aber auch andere finanzielle Mittel zur Verfügung…

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    • 12. April 2012 um 19:58

      Max und Otto sind dort auch zu Tode gekommen (Frankreich). In Dessau gibt es eine Stelenwand, auf der auch ihre Namen stehen. Ich weiß aber nicht, wo sie fielen …

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    • 12. April 2012 um 20:06

      Ich bin dankbar für die Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die sich nach und nach den oft verwilderten und ungepflegten Soldatenfriedhöfen im Ausland annimmt.
      Die sind halt auf Spenden angewiesen, weswegen sie wohl nur sehr langsam vorwärts kommen mit ihrer Arbeit.

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      • richensa
        13. April 2012 um 09:18

        In der Tat tun sie wertvolle Arbeit, aber eben mit den zur Verfügung stehenden Mitteln ist es manchmal auch nicht sehr professionell… Ihre Verdienste will ich nicht wegreden oder schmälern..

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